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10.09.2020

Naturnaher Garten - Beispiele aus dem Lehr- und Lerngarten der Landesschule

Das tolle Spätsommerwetter ließ in diesem September an vielen Tagen die Gärten erstrahlen. Dieses Wetter ließ am 10. September unseren Lehrgarten in einer besonders prächtigen spätsommerlichen Farbenvielfalt leuchten. Das Lehrgangsthema an diesem Tage hieß dann auch passenderweise „Der Naturnahe Garten im Spätsommer“ mit den Schwerpunkten blühende Pflanzen im Spätsommer und Kompostwirtschaft.

Bereits mit dem Eintreffen der Schulungsteilnehmer begann der Austausch von Fragen und Antworten rund um das Thema Garten. Und wie fast immer führt jedwedes Treffen von Garten-Interessierten irgendwann zum Thema Obstbaum und Obstbaumschnitt. Im Zuge dieser Unterhaltung konnte zur Freude einer Teilnehmerin ein von ihr mitgebrachter Apfel vom Referenten bestimmt werde.

Die Teilnehmer des Tageslehrgangs "Naturnaher Garten" freuen sich ihr neues Wissen beim naturnahen Gärtnern anzuwenden. 

Am Vormittag standen die Kleinstlebensräume im Garten und die Vielfalt der verschiedenen Einteilungsmöglichkeiten von Pflanzen (Blühzeiträume, Einheimisch usw.) im Mittelpunkt der Lehre. Bei dem Rundgang durch den Garten hatte erstaunlicherweise die Tagetes einen großen Anteil an der morgendlichen Unterhaltung. Oder vielleicht auch nicht wenn man die Vielfältigkeit der Nutzungsmöglichkeiten von Tagetes bedenkt. Als Tee und zum Würzen von Speisen, zur Gesunderhaltung des Bodens und zur Vertreibung oder war es doch Anlocken von Wühlmäusen. Der schöne Sommerblüher ist zudem auch im naturnahen Garten ein wichtiger Nektar- und Pollenlieferant für unsere heimischen Wildbienen und vielen anderen Insekten.

Der Nachmittag begann mit einem Vortrag über die Kompostwirtschaft im Garten. Oft werden in den Kleingärtnervereinen viele Bedenken angeführt, die eine Kompostwirtschaft durch die Kleingärtner verhindern könnten. Gegen alle diese Bedenken (Geruchsbelästigung, Auftreten von Schadtieren usw.), die im Einzelfall natürlich immer wieder ernst genommener werden müssen, konnten aus den langjährigen persönlichen Erfahrungen gute Argumente gesammelt werden. 

Leider verhinderten die zur Verfügung stehende eher knapp bemessene Zeit und die derzeit geltenden cornonabedingten Verhaltensregeln eine praktische Betätigung im Garten. So dass auch später vor Ort im Lehrgarten nur theoretisch über das Vorgehen z.B. bei der Anlage eines Hügelbeetes oder beim Aufsetzen einer Kompostmiete gesprochen werden konnte.

Wichtig bleibt zu erwähnen, dass eine nicht optimale Gartenpflege viele gute Ideen zum naturnahen Garten nichtig machen kann. Hierauf wurde zwischendurch immer wieder vom Referenten hingewiesen. Wann ist z.B. der richtige Zeitpunkt zum Schneiden von Gehölze, zur Pflege von Staudenbeeten oder zum Mulchen des Bodens. Pauschal ist dies oft nicht zu beantworten. Grade deshalb ist es wichtig, insbesondere beim naturnahen Gärtnern, die jahreszeitlichen Entwicklungen in der Natur zu beobachten und von ihnen zur lernen. Nicht nur eine optimale naturnahe Anlage des Gartens ist wichtig für das Ziel einer großen Vielfalt von Arten und deren Überleben sondern auch entscheiden zu können welche Form der Gartenpflege dieses Ziel am besten unterstützt.   

Zum Schluss wurde noch über zukünftige, gewünschte Lehrgangsthemen gesprochen. Das Interesse an möglichst vielen Themen war groß. Die ersten Nennungen reichten von der Saatgutgewinnung, der Vermehrung von Obstbäumen bis zum Gärtner nach den Mondphasen. Gerne würde man aber auch etwas über verschiedene Bepflanzungsbeispiele lernen wie z.B. die insektenfreundliche Gestaltung von Staudenbeeten und den Kräutergarten. Alle waren übereinstimmend der Meinung, dass Sie sich über weitere Lehrgangsangebote sehr freuen würden und dass man sich dann bestimmt wieder trifft.

Stephan Grote, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Landesverband