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15.03.2017

Frühjahrstagung des Vorstandsrates am 10. und 11. März in der Landesschule

Zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst kommt der Vorstandsrat in der Landesschule zusammen. Er ist das wichtigste Gremium nach der Mitgliederversammlung, die am 5. Mai 2018 in der Stadthalle in Gladbeck stattfinden wird.

Zum Vorstandsrat gehören die Vorsitzenden der Bezirks-/Stadtverbände – im Ver­hin­de­rungs­fall die Stellvertreter –, die Mitglieder des Landesverbandsvorstandes sowie ein Vertreter der Schreberjugend NRW. Die Beteiligung von Gästen an den Sitzungen ist eine gelebte Tradition. Und so begrüßte zu Beginn der Veranstaltung Lan­des­ver­bands­vor­sit­zen­der Wilhelm Spieß erstmalig in dieser Runde den neu gewählten stell­ver­tre­ten­den Vorsitzenden des Landesverbandes Rheinland der Gartenfreunde, Friedhelm Doll, und den Geschäftsführer des Klein­gar­ten­ver­si­che­rungs­diens­tes (KVD), Joachim Richardt.


Friedhelm DollGrußworte des stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes Rheinland der Gartenfreunde, Friedhelm Doll.


Finanzen im Lot

Zu Beginn eines Jahres stehen der Bericht zu den Finanzen und der Jahresabschluss des Vorjahres oben auf der Tagesordnung. Landesverbandskassierer Jörg Schulz präsentierte einen gut gegliederten und übersichtlich dargestellten Jahresabschluss. Weitsichtiges Kostenmanagement einerseits, und höhere Einnahmen als prog­nos­ti­ziert andererseits, mehren die Zuführung zum Verbandsvermögen und erlauben eine Aufstockung der Rücklagen. Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß dankte dem Kassierer für die Präsentation eines exzellenten Zahlenwerkes, verbunden mit dem Dank an die Buchhalterin Claudia Kiefer für ihre Zuarbeit und Unterstützung. Über eine Kassenprüfung ohne Beanstandungen berichtete anschließend Kassenprüfer Reinhard Sender, Bielefeld Krs. Gütersloh, im Namen seiner Kollegen Heinrich Grüne­berg, Münster, und Rolf Schaefers, Bochum.


Landesverbandskassierer Jörg SchulzLandesverbandskassierer Jörg Schulz präsentierte einen gut gegliederten und übersichtlich dargestellten Jahresabschluss mit gutem Ergebnis.


Einstimmig ohne Beanstandungen und Korrekturwünsche, so das Votum des Vor­stands­ra­tes, soll das vorliegende Zahlenwerk der Mitgliederversammlung 2018 als Jahresabschluss präsentiert werden.


Kassenprüfer Reinhard SenderÜber eine Kassenprüfung ohne Beanstandung berichtete Kassenprüfer Reinhard Sender.


Mitglieder und Pächter zahlen nicht, was tun?


Joachim RichardtMitglieder und Pächter zahlen nicht – was tun? Dazu gab es praktische Tipps von Joachim Richardt, Geschäftsführer des KVD.


Zu diesem aktuellen Spezialthema referierte am Freitagabend Joachim Richardt, Ge­schäfts­füh­rer des KVD. Bevor wir ein Mahnverfahren einleiten, oder den Rechtsanwalt und die Rechtsschutzversicherung einschalten, hat die gütliche Einigung höchste Priorität. Miteinander reden, Vertrauen schaffen, evtl. bei Zahlungsschwierigkeiten neue Zahlungsziele vereinbaren – das sind immer vorgeschaltete Maßnahmen, bevor juristische Schritte auf den Weg gebracht werden. Aber wenn alle Goodwill-Maß­nah­men nichts bringen, sollten Außenstände, z. B. Pachten, Beiträge, Umlagen, Was­ser­geld, auch konsequent eingefordert werden. Bei geldlichen Forderungen hat sich die Einleitung des einfachen Mahnverfahrens bewährt. Für Online-Mahnanträge haben die deutschen Mahngerichte eine eigene Plattform mit Formularen, Anträgen und detaillierten Hinweisen zum Ausfüllen eingerichtet. (www.online-mahnantrag.de) Joachim Richardt demonstrierte praxisnah online das Mahnverfahren, erinnerte aber auch an Fallstricke und Probleme. Joachim Richardt: „Die Antragstellerdaten des Kleingärtnervereins müssen stimmen; schauen Sie in der Satzung nach, welche Vorstandsmitglieder den Kleingärtnerverein nach außen vertreten und beziffern sie exakt und nachweisbar ihre geldliche Forderung.“ Kleingärtnervereine in Westfalen-Lippe, die dem Rechtsschutzversicherungsgruppenvertrag des Landesverbandes beigetreten sind, erhalten bei Streitigkeiten wegen rückständigem Pachtzins ab einer bestimmten Verfahrensstufe Unterstützung durch die Rechtsschutzversicherung. Weiter Einzelheiten hierzu:

http://www.kleingarten.de/de/publikationen-und-angebote/landesverband/versicherungsservice/

Die anschließenden Diskussionen zeigten, Mahnverfahren sind ein effektives und kostengünstiges Mittel, um so berechtigte geldliche Forderungen einzutreiben; andererseits verursachen sie dem Kleingärtnerverein dann noch zusätzliche Kosten, wenn beim Schuldner nichts zu holen ist.


Frühjahrstagung des VorstandsratesAufmerksame Mitarbeit

 

Erste Anmeldungen für den Landeswettbewerb 2017

„Kleingartenanlagen in NRW“

Mit der wiederholten Vorstellung des Lan­des­wett­be­wer­bes 2017 „Kleingartenanlagen in NRW“ begann Teil 2 der Vorstandsratssitzung am Samstagmorgen.

2017 findet zum achten Mal der nordrhein-westfälische Landeswettbewerb für Klein­gar­ten­an­la­gen statt. Er dient zugleich als Auswahlverfahren für die Teilnahme am 24. Bundeswettbewerb 2018 "Gärten im Städtebau", der die städtebauliche, ökologische und soziale Bedeutung des Kleingartenwesens deutschlandweit würdigt.

Mit dem Landeswettbewerb werden beispielhafte Lösungen und Projekte für die Entwicklung, Gestaltung und Nutzung von Kleingärten und Kleingartenanlagen und deren Bezug zum städtebaulichen, sozialen und ökologischen Umfeld ausgezeichnet. Er bietet eine gute Plattform, diese Leistungen in der Öffentlichkeit noch mehr he­raus­zu­stel­len und das vorhandene Interesse für das Kleingartenwesen und al­ter­na­ti­ve Formen städtischen Gärtnerns zu stärken.

Die Anmeldung zur Wettbewerbsteilnahme erfolgt durch die Städte und Gemeinden in Kooperation mit den Bezirks-/Stadtverbänden und den ausgesuchten Klein­gärt­ner­ver­ei­nen bis 1.5.2017. Geschäftsführer Werner Heidemann rief die Verbandsvertreter zu einer regen Teilnahme auf.

Vertreter der Bezirks-/Stadtverbände Bielefeld/Krs. Gütersloh, Bochum, Castrop-Rauxel/Waltrop, Dortmund, Gelsenkirchen und Lüdenscheid signalisieren, dass sie mit aus­ge­such­ten Kleingartenanlagen beim Landeswettbewerb dabei sind. Fazit: Das ist ein gutes Zwischenergebnis.


Arbeitsgemeinschaft NRW der Landesverbände der Kleingärtner bereitet politische Gespräche vor.

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) NRW der Landesverbände ist im politischen Raum das Sprachrohr der NRW-Kleingärtner-Landesverbände Rheinland und Westfalen-Lippe mit insgesamt mehr als 160.000 Mitgliedern. Bei Gesprächen mit den Land­tags­frak­tio­nen, Mitgliedern des Umweltausschusses oder dem Umweltminister treten die Lan­des­ver­bän­de gemeinsam als AG auf. Zweimal jährlich treffen sich die Vor­stands­spit­zen und Geschäftsführer beider Landesverbände, koordinieren ihre Arbeit und bereiten die politischen Gespräche, z. B. mit den Landtagfraktionen, vor.


Erfreulich! Mehr Schulungsmittel für die Landesverbände

Wilhelm Spieß berichtete über die Wintersitzung derAG am 6. Februar 2017 in Düs­sel­dorf. Fragen der Kleingartenförderung und die Durchführung des Lan­des­wett­be­wer­bes „Kleingartenanlagen in NRW“ – das waren die zentralen Themen.

Erfreulich! Die Schulungsmittel für die Landesverbände wurden im Landeshaushalt 2017 nach vielen Jahren der Stagnation um mehr als 50% angehoben. Das ist gut so. Die Nachfrage nach Lehrgängen, z. B. zum Vereinsmanagement, zur Jugendarbeit, Konfliktbewältigung, und der naturnahen Gestaltung von Kleingärten, ist riesig. Die Gründe für diese starke Nachfrage liegen auf der Hand: Zum einen erlebt Gärtnern eine Renaissance, zum anderen stehen immer mehr Vereine mit der Verwaltung ihrer Anlagen allein da. Die öffentliche Hand zieht sich mehr und mehr aus dem Bür­ger­dia­log und konkreten Unterstützungsmaßnahmen zurück. Das ist die Kehrseite von Outsourcing und Beschränkung auf sogenannte Pflichtaufgaben. Diesen vakanten Raum füllen die Landesverbände mit ihren zentralen Schulungsangeboten.


Wilhelm Spieß und Stephan WinterFreude im Duo
Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß (links im Bild) und Stephan Winter, Schriftführer im Landesverband


Wir brauchen mehr Landesförderung für den Ausbau des Klein­gar­ten­we­sens in den Kommunen

Mit Blick auf die Landtagswahlen am 14. Mai 2017 fordernwir von den politischen Akteuren eine massive Aufstockung der Fördermittel für den Ausbau des Klein­gar­ten­we­sens in den Kommunen. Die Nachfrage in den Kommunen für die Umgestaltung von älteren Kleingartenanlagen, z. B. zu offenen Kleingartenparks, ist da. 2016 wurden insgesamt Förderanträge im Gesamtvolumen von knapp 800.000 € gestellt; wegen fehlender Fördermittel blieben ca. 60% der Projekte auf der Strecke. „Das muss sich ändern“, ist die einhellige Meinung der Vorstandsratsmitglieder. Wir erwarten eine Anpassung des jährlichen Fördervolumens und darüber hinaus ein Gesamtbudget für mehrere Jahre. Das bedeutet mehr Planungssicherheit für alle Beteiligten. Diese Aspekte der Förderung werden wir mit den Landtagsfraktionen von SPD, CDU und Bündnis90/Die Grünen noch vor der Landtagswahl intensiv erörtern.


Starke Lehrgangsnachfrage, Fachlehrfahrten zu den Gartenwelten der IGA

Zahlreiche Berichte über geplante Aktivitäten des Landesverbandes prägten den weiteren Sitzungsverlauf. Ingrid Surmann, stellvertretende Vorsitzende der Schre­ber­ju­gend NRW, stellte die geplanten Jugendaktivitäten vor.

Über eine erfreulich starke Lehrgangsnachfrage an der Landesschule berichtete Lan­des­fach­be­ra­te­rin Ulrike Brockmann-Krabbe. Mehr Nachfrage bedeutet auch zwangs­läu­fig eine Ausweitung des Lehrgangsangebotes und Mehrausgaben.

Die internationale Gartenausstellung, IGA, ist vom 13. April bis 15. Oktober 2017 ein internationales Gartenhighlight in Berlin. Auch das Kleingartenwesen wird mit Aus­stel­lungs­bei­trä­gen in der benachbarten Kleingartenanlage „Am Kienberg“ vertreten sein. Vom 9. bis 15. Juni 2017 wird unser Betreuerteam Karin und Karl-Heinz Hegel sowie Stephan Bevc die Gartenschaubesucher über die Welt der Sinneslust-Kräuter und das Kleingartenwesen in NRW informieren. Darüber hinaus stehen unsere diesjährigen Fachlehrfahrten im Juli für Fachberater, Referenten der Landesschule und andere Multiplikatoren ganz im Zeichen der IGA und ihrer Gartenwelten.


Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe – Kleingärtner sind immer dabei

Eine Landesgartenschau ohne Beteiligung der Kleingärtner – das ist undenkbar.

Ursula Respondek, Vorsitzende des Bezirksverbandes Paderborn, stimmte ihre Kollegen auf dieses Highlight in Ostwestfalen ein. An 186 Ausstellungstagen werden Gartenfreunde des Bezirksverbandes Paderborn und der Gartenbauvereine NRW Tag für Tag in ihrem Ausstellungsbereich „Freizeitgarten“ den Besuchern Rede und Antwort stehen und die Gemüse- und Blumenbeete pflegen. Ursula Respondek stellte das Besondere ihrer ostwestfälischen Heimat heraus. „Selbstverständlich un­ter­stüt­zen wir Kleingärtner – Besuchergruppen aus nah und fern. Besuchen Sie auch unsere Kleingartenanlagen“, betonte die Vorsitzende.


30 Jahre Partnerschaft – Poznan und Westfalen-Lippe

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, Peter Schulz, erinnerte an europäische Begegnungen im Bereich des Kleingartenwesens. Unsere Freunde aus Poznan haben anlässlich des 30-jährigen Bestehens unserer Zusammenarbeit und Freundschaft eine Delegation aus Westfalen-Lippe für den Zeitraum 4. – 9. September 2017 nach Poznan eingeladen.

Ein weiterer Berichtsschwerpunkt war das von den Kleingärtnern unterstützte Kinderhilfsprojekt NADESHDA in Belarus. Die Spendengelder unserer Aktion „Taten statt Weihnachtskarten“ werden direkt für den Aufbau einer Photovoltaikanlage im Kinderzentrum verwendet. Insgesamt sind im Rahmen dieser Spendenaktion mehr als

4.300,00 € zusammengekommen. Peter Schulz: „Wir danken allen beteiligten Klein­gärt­ner­ver­ei­nen, Verbänden und Gartenfreunden für ihre ideelle und finanzielle Unterstützung.“


Fazit

Zahlreiche verbandspolitische wichtige Punkte wurden durchaus leidenschaftlich diskutiert und im Ergebnis einvernehmlich auf den Weg gebracht. Das zeugt von gegenseitigem Vertrauen und Respekt.

Mit einem Dankeschön für die geleistete Arbeit und einem guten Start in das Gar­ten­jahr verabschiedete Wilhelm Spieß die Teilnehmer.

Werner Heidemann
Geschäftsführer des Landesverbandes